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Gegners Trainer als Motivationshelfer

+++VSG 70- A-Jugend Mädchen Thüringer Vizemeisterinnen+++

 

Am Wochenende wurden Bad Frankenhausens A-Jugend Mädchen in Seebergen überraschend Thüringer Vizemeister im Faustball. Doch bis dahin war es ein weiter und schwieriger Weg. Kurz vor Saisonbeginn schrumpfte die Mannschaft wegen lascher Trainingseinstellung und Beginn der Lehrzeit auf ein Mini-Team zusammen. Die VSG-Übungsleiter Detlef Jauch und Klaus Mendler gingen der Notlage gehorchend, einen für den Thüringer Faustballsport neuen Weg. Sie wussten, dass es auch in Nordhausen faustballbegeisterte Mädchen gab. Genau zwei an der Zahl, für eine Mannschaft aber zu wenig. Nach ein paar Anrufen waren die beiden mit im Frankenhäuser Boot.

Nach dem zweiten Spieltag kam noch eine junge Sportlerin aus Sömmerda dazu. Wichtig war auch, dass die Mädchen sofort auf einer Wellenlänge funkten. Am letzten Punktspieltag konnten die VSG-lerinnen  daheim Veilsdorf klar schlagen und erstmalig gegen die Vertretung der traditionellen Faustball-Hochburg Gernrode gewinnen. Gegen Landesmeister Seebergen unterlag man mit nur vier Bällen, das brachte Rang 3 nach der Vorrunde.

In Seebergen hatten die Mädchen erstmal eine Hiobsbotschaft zu verkraften. Eine sehr starke Nordhäuser Hinterspielerin hatte sich am Morgen beim Radfahren eine Risswunde zugezogen und fiel aus! Die Mannschaft musste völlig umgekrämpelt werden.

Im Halbfinale traf die VSG auf die klar favorisierten Gernröderinnen, die in den Vorjahren immer im Finale standen. Gernrodes Übungsleiter, in Personalunion auch Landesauswahltrainer, wollte seine Mädchen wohl zusätzlich motivieren. „Wenn ihr gegen die noch einmal verliert", drohte er mit Seitenblick auf die Frankenhäuserinnen, „lauft ihr nach Hause!" Der Schuss ging nach hinten los! Die Traineransage wurde zum Motivationsschub für den Underdog.

Gernrode ging im ersten Satz gegen übernervöse VSG-Mädchen zwar schnell in Führung (3:1, 8:5) und gewann auch klar und verdient (15:8), aber im zweiten Satz gingen die Frankenhäuserinnen ganz anders zur Sache. Unter Siegzwang spielten sie überlegt, nutzten eine leichte Windunterstützung und brachten die Gernröder Hintermannschaft gehörig ins Schwimmen. Nach wechselhaftem Start nahmen die Favoriten beim 11:10 für die VSG eine Auszeit, ohne den 15:11 Satzgewinn der Frankenhäuser damit verhindern zu können. Ein dritter Satz musste entscheiden. Und die Kurstädterinnen gaben keinen Ball verloren, kämpften und spielten, schlugen im Angriff lange Bälle oder streuten auch mal ein kurzes Überspiel ein. Beim 10:5 für die VSG forderte Gernrode die nächste Auszeit und der VSG-Übungsleiter mahnte zur Ruhe. Über die Stationen 12:7, und 14:8 sicherten sich die Frankenhäuserinnen mit 15:9 Satz und Spiel sowie den Finaleinzug. Glücklich lagen sich alle in den Armen, denn Silber war sicher!

Im Endspiel nahm Landesmeister Seebergen die VSG-Truppe dann nicht auf die leichte Schulter, im Gegenteil!

Die Fortunen, die mitbekommen hatten, dass es bei den Frankenhäuserinnen gut lief, verstärkten sich mit zwei

A-Jugendlichen, die sonst schon in der Landesmeisterschaft-Mannschaft der Frauen spielen. Das erwies sich als entscheidend. Nach ausgeglichenem, aber 11:15 verlorenem Auftaktsatz ließen bei den Kurstädterinnen sichtlich die Kräfte nach. Mit 9:15 gaben sie auch den zweiten Satz ab. Das schmälert aber die gute Leistung nicht. Alle wuchsen über sich hinaus und haben doch noch Reserven!

Übrigens, laufen mussten die Gernröder Mädchen dann doch nicht. Nur der eigentlich geplante Abstecher zu Mc Donalds fiel für sie ins Wasser.

 

VSG 70 Bad Frankenhausen: Katja Franke, Jenny Pabst, Sindy Erbstößer, Jennifer Köhling, Cilly Kuhn, Franziska und Viktoria Brode

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